Domat/Ems
In der weiten Ebene des
Rheintales, dem alten "Rhäzünser Boden", erstreckt sich die Gemeinde
Domat/Ems-Felsberg, einem leicht erhöhten Plateau, unweit des
Zusammenflusses von Vorder- und Hinterrhein bei Reichenau. Eine
geologische Besonderheit bestimmt die topografische Situation der
Ortschaft: Bergsturzmaterial des Calanda-Massivs, das die Flussebene
nach Norden begrenzt, wurde in vorgeschichtlicher Zeit durch die
Erosion des Rheins zu "Breccienbuckeln" geformt. Vier dieser
kegelförmigen Erhebungen begrenzen den alten Ortskern, wobei die
Tuma Casté und die Tuma Turera schon früh als Standort für
Verteidigungsbauten genutzt wurden. Schon die Menschen der
Bronzezeit wussten diese natürlichen Gegebenheiten zu schätzen, wie
Siedlungsspuren am Nordfuss der Tuma Casté bezeugen.
Die verkehrsgeschichtliche
Bedeutung von Domat/Ems erschliesst sich seine Lage an zwei
bedeutenden Altstrassen. Zum einen überquerte hier die
Lukmanierroute, die schon in spätrömischen Itinerarien
(Wegeverzeichnisse) enthalten ist, im Schutz eines Wehrbaues auf der
Tuma Turera den Rhein, während zum anderen die "Untere Strasse" über
das Hinterrheintal zum Splügenpass führte.
Die erste urkundliche Erwähnung
des Ortes als "Amede" erfolgte kurz nach 765, als der Churer Bischof
Tello aus dem Geschlecht der Victoriaden sein väterliches Erbe
einschliesslich eines Hofes in Ems dem Kloster Disentis vermachte.
Den ersten Kirchenbau im Ort, eine "capella in Amates", verzeichnete
das karolingische Urbar des Klosters Pfäfers von 831. Wahrscheinlich
handelt es sich hierbei um die Magdalenenkapelle, deren
Patronatsrecht noch 1440 dasselbe Kloster innehatte. Im 9. Jh.
zählte die Ortschaft nach der fränkischen Gaueinteilung zum
oberrätischen Ministerium Curisinium. In der Folgezeit verdeutlichen
weitere Quellen, dass im Gebiet von Ems zahlreiche Herren begütert
waren. So bestätigte Kaiser Otto d. Gr. 960 dem Kloster Disentis den
Besitz des sog. Mönchshofes. 1155 zählt ein weiterer Hof zum Besitz
des Klosters Konstanz, und auch dem Churer Domkapitel erhält hier
1240 Einkünfte aus einer Altarstiftung. Über weiteren Streubesitz
verfügten die Herren von Belmont, die um 1250 auf der Tuma Casté die
Burganlage erweitern liessen. Erst in der 2. Hälfte des 14. Jh.
gelang es ihren Nachfolgern, den Herren von Rhäzüns, hier eine
geschlossene Territorialherrschaft zu errichten. Nach 1458 ging dies
zunächst als Erbe an die Hohenzollern, danach 1497 durch Tausch an
Österreich, wobei Ems zusammen mit Rhäzüns, Bonaduz und Felsberg ein
eigenständiges Gericht bildete. Als Folge des Wiener Kongresses
erfolgte 1815 die Eingliederung in den Kanton Graubünden, welcher
seinerseits 1851 in die schweizerische Eidgenossenschaft integriert
wurde. In der neuen Kreiseinteilung zählt Ems nun zusammen mit
Rhäzüns und Bonaduz zum Kreis Rhäzüns.
Auf dem Gebiet der kirchlichen
Verwaltung gehörte Domat/Ems sicherlich zu den primären Pfarreien
der Gegend, auch wenn der erste Seelsorger des Ortes, "Hermano
viceplebanus", erst 1281 erwähnt wird.

Als erste Pfarrkirche diente St.
Peter, die wohl zu Beginn des 9. Jh. am Fuss der Tuma Casté
errichtet wurde. Ihre Nachfolge trat die grössere Anlage St.
Johannes Baptista an, die sich auf der Tuma Turera erhebt und
urkundlich nachweisbar seit 1457 die Aufgaben der Pfarrkirche
übernommen hatte. Seit 1491 war die Pfarrei dem Kloster Disentis
inkorporiert, sie wurde von Mönchen dieses Klosters seelsorgerisch
betreut. Im Zuge der Reformation, die die Entwicklung demokratischer
Freiheiten begünstigte, gelang es der Gemeinde nach langen
Verhandlungen 1621/24 alle Pfarrechte vom Kloster zu übernehmen,
besonders die Wahl des Priesters und die Befreiung von
Zinszahlungen. Obwohl sich die Gemeinde für die Beibehaltung des
alten Glaubens aussprach, verarmte für einige Jahre das kirchliche
Leben – wohl als Auswirkung der "Bündner Wirren". Neue Impulse
erbrachte auch hier die Kapuziner-Mission, die im Zuge der
Gegenreformation ab 1626 in Ems einsetzte und sich neben der
Stiftung neuer Messgeräte im Wiederaufbau und der Neuweihe der
Magdalenenkapelle niederschlug. Auch die Gründung der
Rosenkranzbruderschaft Mitte des 17. Jh. zählt zu dieser Neubelebung
kirchlichen Lebens, die letztendlich der Neubau der dritten
Pfarrkirche St. Mariä Empfängnis 1730-39 deutlich zum Ausdruck
brachte.
Links
•
Geschichte und Gegenwart der
Kirchgemeinde
•
Geschichte der Dorfkirche Mariä
Himmelfahrt
•
Sentupada - das Kirch- und
Kulturzentrum
•
Geschichte von Domat/Ems auf der
Homepage der Gemeinde Domat/Ems
•
Infos über Domat/Ems bei der
Wikipedia
•
Ev.-ref. Kirchgemeinde Doamt/Ems
Die Urkunde, in der Felsberg
erstmals erwähnt wird, stammt aus dem Jahre 831. Villa Fagonio war
die lateinische Bezeichnung in frühester Zeit und dürfte auf den
Buchenwald (fagus = Buche), der einst den Kirchenhügel umgab,
zurückzuführen sein. Die urkundlichen Namen waren später Veltsperch
(1291), Veltsperg und schliesslich Felsberg.
Der heutige
Dorfname wird oft mit der Burgstelle hinter dem Gemeindehaus, auf
dem bis ins Jahr 1866 noch Reste der gleichnamigen Burg standen, in
Zusammenhang gebracht. Ausgrabungen in der näheren Umgebung, wie zum
Beispiel im Felix-Wingert, deuten darauf hin, dass das Gebiet schon
seit einigen tausend Jahren v.Chr. besiedelt war.

Die Felsberger Kirche wurde
erstmals 1305 erwähnt. Sie ging durch kaiserliche Schenkung an das
Kloster Reichenau und kam später durch einen Tausch zum Kloster
Churwalden. Um 1505 wurde sie neu gebaut. 1909 erfolgte aus
Kostengründen die Trennung zwischen Kirche und Gemeinde. 1911 fand
eine Renovation statt. Mit der Renovation und dem Einbau der Orgel
1950/51 erfuhr die Kirche ihre grössten Veränderungen. Felsberg
schloss sich 1535 der Reformation an.
Über die weitere Geschichte der
Ortschaft Felsberg können Sie auf der Homepage der Gemeinde Felsberg
lesen:
Chronist der Gemeinde Felsberg
über die Felsberger Geschichte.
Links
Die
Geschichte der Gemeinde Felsberg von Alfred Schneller - Vollversion
• Die
ev.-ref. Kirchgemeinde Felsberg
•
Die Gemeinde Felsberg
•
Infos über die Gemeinde
Felsberg bei der Wikipedia
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